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News | Aktuelles 2016

• Bielefeld 31.10.16

  DRK trauert um Paul Lindsay

• Bielefeld 01.07.16

  "Willst du mit mir feiern?"

• Bielefeld 27.06.16

  Rechnen und Regenwürmer. Ein Tag in der Nestwerk-Schule

• Bielefeld 27.04.16

  Nestwerk-Kinder machen Bewegungsabzeichen

DRK trauert um Paul Lindsay

Immer mittendrin: Bei seinen Kinderkonzerten begeisterte Paul Lindsay temperamentvoll und mit immer neuen Liedern kleine und große Early-English-Fans.

Der Kreisverband Bielefeld des Deutschen Roten Kreuz (DRK) trauert um Paul Lindsay. Der aus Belfast stammende Liedermacher, Komponist, Sänger, Musik- und Englischlehrer ist im Alter von 63 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. „Wir trauern um einen großartigen und charismatischen Menschen, der es wie kein zweiter verstanden hat, Klein und Groß für die englische Sprache zu begeistern. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie“, sagt DRK Kreisgeschäftsführer Ralf Großegödinghaus.

Lindsay entwickelte das Early English Programm, an dem seit 2009  rund 450 Kinder aus allen Bielefelder DRK Kitas teilnehmen. Bundesweit sind es mehr als 5.000 Kinder im letzten Kindergartenjahr, die spielerisch und mit viel Spaß Lieder und erste Redewendungen in englischer Sprache lernen. „English is easy, English is fun“ – der Musiker lebte diesen Leitsatz, dem er auch eines seiner ersten Lieder widmete. Jährlich traf er sich mit den Verantwortlichen in den Kitas – stets dabei seine Gitarre. Bei diesen sogenannten „Brush ups“ griff der Ire neue Ideen, Spiele und Lieder der Erzieherinnen und Erzieher auf und entwickelte diese gemeinsam weiter. „Manchmal haben wir sogar neue Lieder getextet und komponiert“, erzählt Projektleiterin Marita Gelbe-Kruse. „Die Begegnungen mit Paul waren immer inspirierend, einfach großartig“.

Seit 2013 besuchen die angehenden Schulkinder aller DRK Kitas als Höhepunkt und Abschluss des Early English Kurses das Annie und Alex-Musical.  Erzählt wird dabei die spannende Geschichte von Annie und Alex, die bei ihrer Reise durch das Rainbow Land viele Abenteuer erleben und stets die für die Kinder längst vertrauten Lieder im Gepäck haben. In den Jahren 2014 und 2015 gab Lindsay erstmals Kinderkonzerte vor allen kleinen Teilnehmern des Early English Programms. Zuletzt stellte er dort seine neueren, rockigen Lieder vor „weil die Eltern immer dabei sind, wenn die Kinder zu Hause Early English Songs hören“, erzählte Lindsay. In sein letztes Album ließ der sympathische Musiker auch musikalische Elemente der Beatles, von Led Zeppelin oder Elvis Presley einfließen.

Lindsay hinterlässt als Mensch eine große Lücke. Gelbe-Kruses letzter Wunsch gilt aber besonders dem leidenschaftlichen Musiker: „Vielleicht sitzt Paul ja jetzt gerade zwischen David Bowie und Leonard Cohen und genießt einfach die gute Musik“.

„Willst Du mit mir feiern?“

Wie viel Naturwissenschaften, Mathematik und Technik eigentlich in einer Geburtstagsparty stecken, davon haben sich die Kinder der DRK Kita Nestwerk überzeugt. Die Stiftung Haus der kleinen Forscher stellte den bundesweiten Tag der kleinen Forscher anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens unter das Motto „Willst Du mit mir feiern?“. Damit bot sie den alljährlichen Anlass für eine Forscherwoche voller Spannung, Spaß und toller Ideen.

Forschen und entdecken kann man überall – auch beim Feiern. Bereits die Vorbereitung eines Festes steckt voller Fragen und Anlässe zum Forschen: Welche geometrischen Formen und Muster entdecken wir in einer Girlande? Welches Gemisch ist der beste Treibstoff für eine selbstgebastelte Rakete? Was passiert mit Fruchtsaft, wenn er zu Eis gefriert? Mit solchen und ähnlichen Experimenten begeistert das Nestwerk-Team  die Kinder an unterschiedlichen Forscherstationen. Dabei geht es nicht nur um die reine Beobachtung. „Warum ist das so?“ – auf diese Frage sollten die Kinder am Ende jedes Experiments eine Antwort finden.

Mit leuchtenden Augen sitzen die Kinder um einen Tisch herum. Projektleiterin Christiane Krüger entzündet gerade ein Streichholz und hält es an einen Schlauch aus Teebeutelpapier. Als dieser in Flammen aufgeht, starten die Kinder den Countdown. „Zehn, neun, acht,…“ Unter dem Jubel der kleinen Forscher steigt die Röhre brennend in die Luft, die letzten Reste segeln als Aschestäubchen wieder zu Boden. „Nochmal, nochmal!“, tönt es von allen Seiten. Was ist passiert? „Warme Luft ist leichter als kalte, deswegen steigt der Teebeutel höher, je leichter er wird“, erklärt Krüger. Sie hat mit den Kindern auch schon Filmdosenraketen getestet, die verschieden befüllt wurden, zum Beispiel mit Brausepulver oder –tabletten. Als besonders „explosive“ Mischung hat sich Essig mit Backpulver erwiesen. „Das ging richtig ab“, erzählt Krüger und lacht.

In einer anderen Gruppe gehen Kinder der Frage nach, was Instrumente zum Klingen bringt. Aus Strohhalmen und Knete setzen die Mädchen und Jungen kleine Panflöten zusammen.

Mit Reis oder Nudeln befüllte Becher werden zu Rhythmusinstrumenten, die gleich ausprobiert werden. „Probieren“ ist auch in der Abteilung für Mixgetränke gefragt. Hier werden Cocktails aus Obst und Fruchtsäften gemischt und mit solchen aus Kakao, Milch und Vanilleeis verglichen. Girlanden basteln, einen Schatz suchen, selbst Eis, Eiswürfel oder Seifenblasen herstellen, während der Forscherwoche ist richtig was los. Und da das Feiern bekanntlich am schönsten ist, gibt es am Ende der Woche eine richtige Party. Mit einem bunt geschmückten Raum, Eis, Getränken, Musik und natürlich einer Geburtstagsrakete. Dort nehmen alle Kinder stolz ihre Forscherdiplome entgegen.

Ursula Reinsch zieht ein positives Fazit. Es gebe viele Anlässe, um Feiern und Forschen miteinander zu verbinden. „Forschen macht Spaß“, sagt die Kita-Leiterin. Das erlebten die Kinder täglich, wenn sie im Spiel ihren Entdeckungsdrang auslebten. „Sie wissen oft nur nicht, dass das, was sie tun, schon Forschen ist“.

Rechnen und Regenwürmer: Ein Tag in der Nestwerk-Schule

Lernen durch Beobachten: Jannik (von links) und Nazdar nehmen im Sachunterricht lebende Regenwürmer unter die Lupe.

Mit freudiger Erwartung stürmt eine aufgeregte Schar Mädchen und Jungen ins „Halli Galli“. Der Bewegungsraum der DRK Kita Nestwerk hat sich in dieser Woche in ein Klassenzimmer verwandelt: Tischgruppen in der Mitte des Raumes, Arbeitsblätter auf der Fensterbank, großformatige Zahlen und Buchstaben an den Wänden. Seit fast einem Jahr werden die Vorschulkinder von Heike Nordsieck und Ulla Stegemann auf einen guten Start in die Schule vorbereitet. Jetzt sind die Erzieherinnen in die Rolle der Lehrerinnen geschlüpft.

Nordsieck läutet mit einer kleinen Glocke und sofort kehrt Ruhe ein. Mathematik steht heute auf dem Stundenplan. In zwei Gruppen sollen die Kinder bunte Klammern nach Farben sortieren und herausfinden, welche Menge größer ist. Erst zählen alle durcheinander, aber schnell wird klar, dass das so nicht funktioniert. Nach und nach ergreifen einzelne Wortführer die Initiative und verteilen die Aufgaben. Geschafft! „Manches kann man nur im Team und mit einer klaren Strategie lösen“, erläutert Nordsieck. Szenenwechsel: Jede Gruppe sortiert Zahlenkarten von eins bis neun in die richtige Reihenfolge. Die Mädchen sind schneller fertig und jubeln, haben aber in der Eile die Zahlen von rechts beginnend sortiert. Somit geht der Sieg nach Punkten klar an die Jungen. „In der Schule geht es nicht darum, wer der Schnellste ist, sondern dass das Ergebnis stimmt“, betont Nordsieck.

Die Schulintensivwoche beschließt als Höhepunkt die sogenannte „Lernwerkstatt“. In diesem Jahr lernen täglich 14 Mädchen und Jungen in der Nestwerk-Schule. Neben Mathematik und Sachunterricht gibt es auch Unterricht in Deutsch, Englisch, Kunst und Sport. Fragt man die Kinder nach ihrem Lieblingsfach, erhält man eine für diese Altersgruppe noch typische Antwort: „Alle!“ Die Vorfreude und Begeisterung sind allen deutlich anzumerken. „Schon im letzten Kindergartenjahr beginnen die Kinder, sich mit ihrer Rolle als Schulkind zu identifizieren“, sagt Kita-Leiterin Ursula Reinsch. Ein wichtiger Schwerpunkt sei dabei zielorientiertes, konzentriertes Arbeiten. „Erfolgserlebnisse und sich als Teil der Gruppe zu erleben sind Voraussetzungen, dafür, dass sie mit Selbstbewusstsein und Freude dem neuen Lebensabschnitt entgegensehen“.

Zurück ins Klassenzimmer: Die Mädchen und Jungen sind zum Sachunterricht aus der Pause zurückgekehrt. Ulla Stegemann setzt Regenwürmer auf weiße Tabletts in die Mitte jedes Tisches. Ein allgemeines „iiiiih“ und vereinzeltes „wie süß“ erfüllt den Raum. Mit gezielten Fragen hilft Stegemann den Kindern, die Kriechtiere genau zu beobachten. Wo ist der der Kopf? Haben Regenwürmer Augen? Wie sieht die Haut aus? Hochkonzentriert werden die Würmer unter die Lupe genommen. Jannik weiß sogar, dass sich die Pflanzenfresser hauptsächlich von Erde ernähren. “Deshalb sind sie so nützlich im Garten, weil sie die Erde auflockern“, erklärt Stegemann. Bevor ein Kurzfilm über die Vermehrung von Regenwürmern gezeigt werden kann, müssen diese erst wieder eingefangen werden. Dann geht ein aufregender Vormittag in der Nestwerk-Schule zu Ende. Schade! Andererseits: Nur noch zweimal schlafen bis zur Schulkinderübernachtung. Die Kinder können es kaum erwarten.

Nestwerk-Kinder machen Bewegungsabzeichen

Hier wird nicht geschummelt: Iven macht die Augen ganz fest zu, um Erzieherin Franziska Brinker zu verraten, was er in der Fühlkiste ertastet hat.
Kinderglück: Frieda hat für jede Stelle ihres Gesichtes eine passende Farbe gefunden.
Kinderbewegungsabzeichen geschafft: Erzieherin Marina Agic überreicht Nora (links) die Urkunde.

„Komm und spring mit mir“: Die zahlreichen Besucher der DRK Kita Nestwerk bekamen direkt zum Auftakt des Kita-Bewegungsfestes einen Vorgeschmack darauf, worum es an diesem Nachmittag gehen sollte. Eine fröhliche und auch ein bisschen aufgekratzte Gruppe von Kindern eröffnete mit ihrem Begrüßungstanz einen Nachmittag, bei dem sich alles um das Kinderbewegungsabzeichen, kurz “Kibaz“, drehte. Es ist Bestandteil des vom Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW) aufgelegten Programms „NRW bewegt seine KINDER!“. Ausgerichtet wurde das Kibaz in Kooperation mit der Sportvereinigung Heepen. 73 Kinder – begleitet von rund 150 Eltern und Großeltern – wurden mit dem Kinderbewegungszeichen ausgezeichnet.  

Die Kids konnten es kaum erwarten, die spannenden zehn Stationen zu durchlaufen. So galt es zu springen, zu balancieren oder als Zweier-Teams Geschicklichkeit bei der Bewältigung des Parcours zu beweisen. Konzentriert und mit Spaß bei der Sache widmeten sich die Kinder unter den wachen Augen von Mona Nakunst, Übungsleiterin der Sportvereinigung Heepen,  den zu bewältigenden Aufgaben. Es wurden Tischtennisbälle durch einen Parcours geblasen, Traumhäuser gebaut, ein Barfußpfad absolviert, sich geschminkt und verkleidet, Tierstimmen imitiert, Gegenstände erfühlt, Schleichmemory gespielt und bunt gemischte Reihen sortiert. Jedes Mal gab es einen bunten Stempel auf einer Laufkarte, um zu dokumentieren, dass alle Prüfungen erfüllt wurden.

„Unser Ziel ist es, Kinder in Bewegung bringen“, erklärt Kita-Leiterin Ursula Reinsch „Es  geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um eine ganzheitliche Betrachtung von Bewegung“. Im Fokus stehe dabei die motorische und soziale Entwicklung ebenso wie die der Wahrnehmungsfähigkeit. Heike Nordsieck, die gemeinsam mit Marina Agic den Fachbereich Bewegung verantwortet, sagt: „An den Stationen können sich die Mädchen und Jungen erproben. Wenn die Kinder merken, dass sie beim Laufen und Springen erfolgreich sind und das auch noch mit einer Urkunde belohnt wird, dann bewegen sie sich gerne. Darum geht es“.

Am Ende eines bewegten Nachmittages erhielten alle Kinder eine Kibaz-Urkunde. Begeisterte und stolze Eltern nahmen ihren ausgepowerten, aber zufriedenen Nachwuchs mit nach Hause. Als Belohnung und um weiter in Bewegung zu bleiben spendierte der Förderverein einen neuen Trikot-Satz für die Fußball-Mannschaft des Nestwerks. Und bestimmt wurde das ein oder andere Bewegungstalent entdeckt. „Wer weiß, vielleicht hat ja heute die Karriere eines zukünftigen Olympiasiegers ihren Anfang genommen“, schmunzelt Reinsch.